Kircheneintritt

Hände mit Kreuz.

Ein Kranker, der nicht gehen konnte, bat vier Freunde, ihn auf seiner Trage zu ihm zu bringen. Aber der Zugang zu Jesus war verstellt von Leuten, die ihn umlagerten und das Haus füllten, in dem er predigte. Doch die vier wussten ihrem Freund zu helfen. Sie rissen ein Loch ins flache Dach des Hauses und ließen seine Trage an Seilen herunter. So berichtet es das Markusevangelium (Markus 2, 1-12).

Es soll so einfach wie möglich sein

Es soll so einfach wie möglich sein, zu Jesus zu kommen. Vielleicht sind sie ins ins Nachdenken gekommen, weil sie kirchlich heiraten wollen, ein Kind erwarten oder weil sie gefragt werden, ob sie Paten werden könnten?
Oder vielleicht ist etwas in Ihrem Leben passiert, daß Sie nachdenken liess?

Sie sind nicht getauft und möchten Christ werden?

Das äußere Zeichen dafür, dass jemand zur christlichen Gemeinde gehört, ist die Taufe. Sie gehört untrennbar zu einer Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche dazu.

Zunächst ist ein Gespräch anzuraten zwischen Ihnen und unserer Pfarrerin .
In dem Gespräch überlegen Sie gemeinsam, wie der Weg zur Taufe für Sie konkret aussehen kann. Dieser Weg soll zugeschnitten sein auf die Gegebenheiten und Möglichkeiten, die Sie und die örtliche Kirchengemeinde mitbringen.

Sicher wird dieser Weg einige Gespräche und Informationen zum christlichen Glauben und Leben umfassen. Eventuell können Sie gemeinsam mit anderen an einem Glaubenskurs teilnehmen. Es gibt aber auch Möglichkeiten, wie Sie bereits jetzt am Leben der christlichen Gemeinde teilnehmen können.

Am Ende dieses Vorbereitungsweges steht dann Ihre Taufe in einem Gottesdienst. Dabei können und sollen Sie sich aktiv einbringen.

Sie sind ausgetreten und möchten wieder in die Kirche eintreten?

Manche denken, sie müssten eine “Glaubensprüfung” ablegen oder rechtfertigen, warum sie einst ausgetreten sind. Keine Angst!

Sind Sie getauft und das bleibt ein Leben lang gültig – daran ändert auch ein Austritt nichts. Sollten Sie nicht getauft sein, werden wir alle Fragen, die mit der Taufe zu tun haben, mit Ihnen besprechen.

Man muss heute nicht viel mehr mitbringen als damals: Vor allem die Sehnsucht und die Absicht, zu Gott und zur Kirche zu gehören. Ein Ausweis ist heute nötig und, wenn vorhanden, eine Taufbescheinigung. Wer in früheren Jahren ausgetreten ist, sollte das Datum wissen.

Gottes Ja ist unwiderruflich

Denn eine einmal vollzogene Taufe wird nicht wiederholt oder erneuert. Die Bibel sagt, dass Gott in der Taufe ein unwiderrufliches Ja zu dem Getauften spricht. Diese Zusage nimmt Gott nicht zurück, auch wenn sich der Täufling später von ihm und von der Kirche abwendet. Manche Kirchengemeinden laden die neu und die wieder Eingetretenen zu einem Fest ein, taufen die Neuen und erinnern sich mit den anderen an deren Taufe.

Jüngere kommen ins Nachdenken, weil sie kirchlich heiraten wollen, ein Kind erwarten oder weil sie gefragt werden, ob sie Paten werden könnten. Deshalb sind evangelische Kirchengemeinden oder Landeskirchen immer häufiger mit Ständen auf Hochzeitsmessen vertreten. Die Kirche möchte hier auf Menschen zugehen und Kontakte pflegen, aber Menschen keinesfalls überreden.

Manche Menschen denken darüber nach, ob sie Mitglied werden wollen, weil sie eine Arbeit bei der Diakonie der evangelischen Kirche antreten. Viele der rund 24.000 diakonischen Einrichtungen mit insgesamt rund 450.000 Beschäftigten laden ihre Arbeitnehmer zu Informationsveranstaltungen über die Verankerung der Diakonie im Glauben und in der Kirche ein. Kommen Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen dazu, die in der Kirche zuhause sind, entschließen sich manche zum Eintritt.

Freude über die Liebe Gottes, die allen gilt

Und niemand wird in eine Glaubensprüfung geschickt oder muss sich gar für seinen früheren Austritt rechtfertigen. Denn Jesus hat sich damals über den Kranken und seine Freunde gefreut, ihnen alle Schuld vergeben und den Mann geheilt. Auch die evangelische Kirche will sich vor allem mit den Eintretenden über die Liebe Gottes freuen, die allen Menschen ohne Voraussetzung gilt. Dann will sie dabei helfen, im Glauben an Gott weitere Schritte zu gehen und lädt jeden Neuen zu den Angeboten und den Aufgaben der Kirchengemeinden ein. Wie lange und in welchen Maß jemand Hilfe in Anspruch nimmt und sich engagiert, das bestimmt nur er selbst.

Kostet das was?

Der Eintritt selbst kostet nichts. Als Mitglied der Kirche werden Sie aber, sofern Sie Lohn- oder Einkommensteuer zahlen, auch Kirchensteuer bezahlen. Sie beträgt acht Prozent der Lohn- bzw. Einkommensteuer. Kindergärten, Seniorenarbeit und Jugendfreizeiten, die Musik und der Erhalt von Kirchen, die Solidarität mit Arbeitslosen, die Schwangerschaftskonfliktberatung und die Schuldnerberatung – all das kostet Geld. Diese acht Prozent werden zentral im Rahmen der Lohnsteuer einbehalten und an die evangelisch-lutherische Landeskirche in Bayern weitergeleitet. Von dort werden die Gelder an die einzelnen Institutionen und die Kirchengemeinden weitergeleitet. Ergänzend dazu können Sie mit dem Kirchgeld (nur in Bayern und Baden-Württemberg) direkt die Arbeit in In Ihrer Kirchengemeinde unterstützen. Denn die Kirche braucht diese finanziellen Mittel, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Durch die Koppelung an die Steuer nimmt die Kirche Rücksicht auf die finanzielle Leistungskraft des Einzelnen: Wer zum Beispiel in der Ausbildung ist, arbeitslos oder Rentner und kein zu versteuerndes Einkommen bezieht, der zahlt auch keine Kirchensteuer.

Text: https://www.ekd.de/wie-man-in-die-kirche-eintritt-15014.htm